Japanische Hängerolle
- Objekt: Japanische Hängerolle; Tuschekalligrafie auf Papier.
- Größe (Hauptseite): ca. 106cm × 28cm
- Größe (Gesamt): ca. 183,5cm × 30,5cm
- Verpackung: Paulownia-Holzbox
- Zustand: kleine Flecken und Falten
- Verkäufer: Telefonnummer: 096-221-8817 / E-Mail: info@gallerytorokuan.com
Kalligrafie
花開萬國春
hana hiraite bankoku no haru
wörtlich
"Blume – öffnet sich – zehntausend/alle Länder – Frühling."
oder sinngemäß
"Wenn eine Blume erblüht, ist Frühling in aller Welt."
oder etwas freier
"Blüht die Blume, wird überall Frühling."
Die alte Form 萬國 statt 万国 ist im kalligrafischen Schriftgebrauch normal.
Ursprung und Bedeutung des Spruchs
Der Satz ist ein verbreitetes Zen-Wort. Das staatliche japanische Kulturportal erklärt, er symbolisiere die
volle Frühlingsblüte und werde häufig kalligrafiert; als wahrscheinliche Quelle nennt es eine Passage im
Linji lu (japanisch Rinzai-roku), den überlieferten Aussprüchen des chinesischen Chan-Meisters
Linji Yixuan.
Die längere Passage lautet 寒松一色千年別、野老拈花萬國春. Der Zen-Autor Genyū Sōkyū
erläutert, dass der heute geläufige Fünfzeichen-Satz eine verdichtete Zen-Formel ist.
Seine Deutung verbindet das eine Erblühen mit der überall gegenwärtigen Frühlingswirklichkeit –
im Zen übertragen mit Erwachen beziehungsweise Buddhanatur.
Zugleich bleibt es ein erfreulicher Frühlings- und Neujahrsspruch. Dass genau dieser Satz
seit dem 18. Jahrhundert und bis heute gern als Kalligrafie geschrieben wird, belegt auch das Werk
von Ike Taiga im Nationalmuseum Tokio.
Künstler
Suga Gendō 須賀玄道; Künstlername: Toroku-an 渡鹿庵
- Geboren am 30. Januar 1919 (Taishō 8) in Kitsuki (Präfektur Ōita).
- Trat in jungen Jahren in den Zen-Orden ein.
- Er lernte unter Ashikaga Shizan (足利紫山, 1859–1959), dem ehemaligen Oberhaupt des Hōkō-ji-Zweigs, und Takeda Eisen (竹田頴川, 1878–1945), dem ehemaligen Oberhaupt des Kennin-ji-Zweigs.
- Wurde 1947 (Shōwa 22) zum Abt des Tempels 瑞泉寺 ernannt.
- War später über 30 Jahre als wandernder Prediger (巡教職) der Daitoku-ji-Schule tätig.
- Führte den Tempel bis in die Gegenwart weiter (zum Zeitpunkt des Dokuments).
- Gestorben vermutlich 2005 (nicht gesichert)
Tempel 大徳寺 Daitoku-ji (Kyōto)
- Ort: Kyoto, Bezirk Kita
- Schule: Rinzai-Zen, einer der 14 Hauptzweige
- Gründung: 1315/1319 durch 大燈国師 宗峰妙超
- Status: Eines der einflussreichsten Zentren des japanischen Zen, besonders im Daitoku-ji-Zweig.
Der Hinweis in der Auktionsbeschreibung bedeutet: Suga Gendō war dem Daitoku-ji-Zweig zugeordnet.
Seine Kalligrafie steht damit in der Tradition der klassischen Daitoku-ji-Bokuseki, die seit Jahrhunderten
als besonders streng und wertvoll gilt.
Tempel 瑞泉寺 (Ōita, Kitsuki)
- Gehört zur Rinzai-Schule, speziell dem Daitoku-ji-Zweig in Kyōto.
- Gründung vor über 400 Jahren.
- Das Gebiet war früher Teil des feudalen Herrschaftsbereichs der Familie Kitsuki.
- Durchlief mehrere historische Veränderungen.
- Wurde in der Edo-Zeit von Matsudaira unterstützt.
- Wurde später unter Ishiura Etsunao revitalisiert und besteht bis heute.
Fotos
Eigene Fotos
Webquellen
Bezugsquelle