Ein Tanzaku 短冊 ist ein schmaler, vertikaler Streifen aus Papier, der traditionell für japanische Gedichte wie Haikus verwendet wurde.
Irie Raifu scheint ein Haiku-Dichter (gewesen) zu sein.
Dazu sind keine weiteren Informationen bekannt.
Hier können evtl. weitere Informationen abgerufen werden:
https://crd.ndl.go.jp/reference/entry/index.php?id=1000035359&page=ref_view
https://www.kosho.or.jp/products/detail.php?product_id=4203871
https://www.kosho.or.jp/products/detail.php?product_id=470578156
Mit der App
"miwo" AIくずし字認識アプリ
("miwo" KI-App zur Erkennung von Schreibschrift) konnte ich die meisten der verwendeten Zeichen erkennen
lassen:
Aufschlüsselung der Zeichenfolge:
くしや
– vermutlich archaisch/poetisch, evtl. Ausruf oder Lautwort
– kann auch eine alte Kana-Schreibung sein
– alternativ: stilisierte Schreibweise ohne feste Bedeutung
花
– Blume / Blumen
け
– klassisches Partikel oder Laut, oft ohne eigene Übersetzung
– in alter Dichtung häufig zur Rhythmik
早さ
– Schnelligkeit
– auch: das schnelle Vergehen
春々
– Frühling, wiederholter Frühling
– Betonung von Fülle oder Wiederkehr
山
– Berg
Nicht wörtlich, sondern poetisch übersetzt etwa:
Blumen – wie schnell sie vergehen,
Frühling um Frühling
an den Bergen.
Oder knapper:
Die Blumen vergehen schnell,
Frühling folgt auf Frühling
in den Bergen.
Aufschlüsselung der Zeichenfolge:
梅
– Pflaumenblüte
頭初
– Anfang, erstes Erscheinen
– hier: zu Beginn, erstes Zeichen
そら
– Himmel
の
– Genitivpartikel („des / von“)
けや
– klassischer Ausruf / Verstärkung
– etwa: „ach“, „wie sehr“, „doch“
道
– Weg
お茶
– Tee
– oft Hinweis auf Alltag, Rast, Teestube
わたり
– Übergang, Wegstrecke, Vorübergehen
なる
– werden, sich ergeben
Poetisch zusammengefasst etwa:
Mit den ersten Pflaumenblüten,
unter dem Himmel –
ach, der Weg,
eine Teerast auf der Durchreise.
Oder knapper:
Zu Beginn der Pflaumenblüte
unter dem Himmel
wird der Weg
zur Teepause des Vorübergehens.
Aufschlüsselung der Zeichenfolge:
世
– Welt
– auch: Leben, diesseitige Welt
を
– Objektpartikel
かけて
– setzen auf, durchziehen, über … hinweg
– auch: sein Leben einsetzen
転り
– rollen, stolpern, umherrollen
– bildlich: ziellos treiben, vom Schicksal bewegt
交
– sich mischen, begegnen
– hier eher: Verflechtung / Wechsel
可楽
– ungewöhnliche Schreibweise
– wahrscheinlich **当て字** für からく / からくさ
– Bedeutung: Leichtigkeit, Spiel, auch „mit Mühe und Freude zugleich“
さよす
– archaisch / dialektal
– vermutlich Variante von **さようす** → „so ist es“, „so sei es“
所
– Ort
– auch: Zustand, Punkt
Nicht wörtlich, sondern dem Bild folgend:
Die Welt aufs Spiel gesetzt,
umherrollend, sich kreuzend –
ein Ort,
wo Mühe und Vergnügen eins sind.
Oder knapper:
Durch die Welt stolpernd,
alles aufs Spiel setzend,
gelangt man an einen Ort
leichter Gelassenheit.