一心斯有恒isshin kore tsune ari"Ein ungeteiltes Herz besitzt darin Beständigkeit.."oder sinngemäß"Wer mit ungeteiltem Herzen handelt, bleibt standhaft."
Eine Publikation des buddhistischen Shōkoku-ji gibt die japanische Lesung 一心斯れ恒有り wieder und erläutert sinngemäß: Das Herz solle nicht schwanken oder sich ständig verändern; es müsse beständig und unbewegt sein. Diese Erklärung stützt eine deutsche Übersetzung wie „Mit ungeteiltem Herzen bewahrt man Beständigkeit“ besser als die etwas erfolgsorientierte Formulierung „erlangt man Erfolg“.
Obwohl die Rolle von einem Zenpriester geschrieben wurde, stammt der Satz seinem belegbaren Ursprung nach aus einem konfuzianischen Lehrgedicht. Seine Konzentration auf Sammlung und Standhaftigkeit ließ ihn jedoch problemlos in einen japanisch-buddhistischen und teeästhetischen Kontext eingehen.
Das Bild zeigt einen Eisvogel, japanisch 翡翠; dieselben Zeichen bezeichnen außerdem Jade beziehungsweise deren blaugrüne Farbe. Die Identifizierung wird durch die charakteristische blaue Oberseite, den langen Schnabel und den Ansitz über angedeutetem Wasser gestützt.
Die Holzschachtel bezeichnet das Motiv als 翡翠之図, „Bild eines Eisvogels“. Neben dem Vogel erscheinen in schwarzer Tusche Bambus- oder Uferblätter. Die Malweise verbindet lockere Tuschestriche mit deckenden und lasierenden Farben sowie feinen dunklen Punkten im Gefieder.
Das quadratische Siegel rechts unter dem Bild liest sich 竹林 („Chikurin“). Zusammen mit der Schachtelaufschrift 竹林画 („gemalt von Chikurin“) belegt dies, dass Malerei und Kalligrafie von zwei verschiedenen Beteiligten stammen.
Die Nebeninschrift links vom Haupttext lautet:
前大徳 朴堂
前大徳 bezeichnet hier einen Zenpriester, dem der Rang eines früheren beziehungsweise ehemaligen Daitoku-ji-Vorstehers verliehen wurde. 朴堂 ist Satōs buddhistischer beziehungsweise kalligrafischer Name Bokudō.
Die in mehreren unabhängigen Händler- und Katalogquellen wiederkehrende Biografie lautet:
Eine Händlerquelle nennt als bürgerlichen beziehungsweise Ordinationsnamen 佐藤宗秀 (Satō Sōshū). Satō ist im japanischen Handel vielfach mit eigenhändigen Kalligrafien, Bildbeischriften und beschrifteten Originalschachteln dokumentiert. Seine Arbeiten sind typische moderne Teeraum-Kalligrafien und keine Werke aus der historischen Tang- oder Song-Zeit.
Die Malerei ist durch Siegel und Schachtel Chikurin zugeschrieben. Der Name erscheint im Handel auch bei anderen Bildbeischriften moderner Daitoku-ji-Priester. Eine belastbare Biografie oder ein vollständiger bürgerlicher Name ließ sich jedoch nicht ermitteln.
Die Innenseite des Deckels trägt eine handgeschriebene Beschriftung, die sich sinngemäß folgendermaßen gliedern lässt:
Das aufgeklebte Etikett nennt außerdem 福聚院 佐藤朴堂添書, also eine von Satō Bokudō vom Fukujū-in beigefügte Schrift, 竹林画 sowie 平安堂表装. Letzteres bezeichnet die Montierung durch Heian-dō. Die Übereinstimmung von Rollenaufschrift, Bildsiegel, Kastentext und Etikett ist ein wichtiger Provenienz- und Authentizitätshinweis.
Die Rolle trägt kein erkennbares Jahr. Sie muss nach Satōs Erlangung des auf der Rolle verwendeten Ranges 前大徳 im Jahr 1977 entstanden sein. Materialien, Montierung, Etikett und Erhaltungszustand sprechen für eine Herstellung im späten 20. oder frühen 21. Jahrhundert.
Eine genauere Datierung ist ohne Geschäftsunterlagen von Heian-dō, einen datierten Kaufbeleg oder zusätzliche Angaben auf einer äußeren Verpackung nicht möglich.