Tenkoku 篆刻 ist die traditionelle ostasiatische Kunst des Siegelschneidens, bei der Schriftzeichen oder Motive in Materialien wie Stein, Holz oder Horn graviert werden.
Tenkoku basiert ursprünglich auf der alten Kanji-Schriftart „Tenshō-tai“ (篆書体). Tenshō (篆書), auch Siegelschrift genannt, ist eine alte chinesische Schrift, deren Zeichen sich von den gewöhnlichen chinesischen Schriftzeichen unterscheiden. Tenshō-tai zeichnet sich durch einen an Hieroglyphen erinnernden Kanji-Stil mit vertikalen und horizontalen Linien oder einer annähernd symmetrischen Form aus.
Für den Einstieg in das traditionelle Siegelschnitzen benötigen Sie ein spezielles Set an Werkzeugen und Materialien, das sich deutlich von der klassischen Steinbildhauerei unterscheidet.
Für Anfänger eignen sich weiche Steine wie Qingtian-Stein (meist hellgrün/grau) oder Shoushan-Stein, da diese eine gleichmäßige Textur aufweisen und leicht zu bearbeiten sind. Vermeiden Sie zu harte Steine wie Jade oder harten Granit für Ihre ersten Versuche.

Gilt als der „Gentleman“ unter den Steinen. Er ist meist hellgrün oder grau-weiß, sehr feinkörnig
und lässt sich extrem präzise schneiden, ohne zu splittern. Ideal für den Einstieg.

Bekannt für seine immense Farbenvielfalt (weiß, rot, gelb, bunt). Er ist oft etwas fester als Qingtian,
wirkt aber „fettiger“ bzw. geschmeidiger unter dem Messer. Sehr beliebt für Detaillierte Schnitzereien.

Berühmt für die Varietät „Hühnerblutstein“ (tiefrote Einschlüsse). Er ist meist etwas härter und spröder,
was beim Schnitzen eine sichere Hand erfordert. Oft für Sammlerstücke genutzt.

Ein „Newcomer“ aus der Inneren Mongolei. Er zeichnet sich durch hohe Transparenz und leuchtende Farben aus.
Die Textur ist sehr gleichmäßig, was ihn zu einer guten Alternative zu Shoushan macht.

Sie benötigen spezielle Siegelschnitzmesser, oft mit flacher oder leicht abgeschrägter Schneide.
Ein Set mit 3 bis 5 verschiedenen Größen (z. B. aus Wolframstahl) deckt sowohl grobe Flächen als auch feine Details
ab.
Es gibt zwei Arten von Siegelmessern: das doppelseitige „Chuho“ 中鋒 (mittelbreite Klinge) und das einseitige
„Kataho“ 片鋒 (einfache Klinge).
„Chuho“-Messer werden häufig für Stein verwendet, wobei dicke Klingen für weichen und dünne Klingen für harten
Stein geeignet sind. „Kataho“-Messer sind gängig für Holz- und Bambussiegel.
Die Größe der Siegelmesser variiert je nach Größe des Siegels. Für den Kauf Ihres ersten Messers empfehlen wir
eine Klingenbreite von etwa 6 mm.
Wolframstahl: Für Neulinge und Fortgeschrittene ist Wolframstahl (Tungsten steel) eine ausgezeichnete Wahl. Er ist bekannt für seine Härte, Schnitthaltigkeit und Haltbarkeit beim Schnitzen in Stein. Gehärteter Kohlenstoffstahl: Hochwertige Messer, die von Meisterschmieden handgeschmiedet werden (ähnlich wie bei japanischen Schwertern), bestehen oft aus speziellem gehärtetem Kohlenstoffstahl und bieten eine außergewöhnliche Schärfe und Kontrolle. Vermeiden Sie: Herkömmliche Holz- oder Linolschnittmesser sind für die Arbeit mit Stein ungeeignet, da das Material des Steins härter ist und die Klingen schnell stumpf werden oder brechen.
Flache Klingen (Flat-Edged Knives): Dies sind die am häufigsten verwendeten und vielseitigsten Messer in der Siegelschnitzerei. Sie eignen sich sowohl für das Entfernen größerer Flächen als auch für feine, gerade Linien. Spitze Klingen (Pointed Tip Knives): Diese sind ideal für sehr feine Details, das Nacharbeiten von Ecken und das Gravieren dünner Linien. Größe: Die Klingenlänge sollte für die feine Detailarbeit geeignet sein, typischerweise zwischen 30 und 50 mm. Ein zu großes Messer ist schwer zu kontrollieren. Es empfiehlt sich, ein Set mit verschiedenen Klingengrößen zu erwerben, um flexibel zu sein.

Ein kleiner Holzstock, in den der Stein eingespannt wird, um ihn sicher zu fixieren und Ihre Hände vor
Verletzungen zu schützen.
Um die Siegelfläche vor dem Schnitzen absolut plan zu schleifen und nach der Arbeit zu polieren (verschiedene Körnungen von grob bis sehr fein).
Traditionelle zinnoberrote Paste, die meist auf Öl- und Faserbasis (z.B. Beifußfasern) besteht. Diese sorgt für den charakteristischen, satten Abdruck auf dem Washi-Papier.
Feiner Pinsel und schwarze Tusche, um das Design (spiegelverkehrt!) auf den Stein vorzuzeichnen, oder Transparentpapier zum Abpausen.