Gyōsho lernen
Das richtige Material
- Pinsel: Während Anfänger oft härtere Pinsel (braune Haare) für Kaisho nutzen, bietet sich für
Gyōsho ein Wechsel an. Weichere Pinsel mit weißen Haaren (oft Ziegenhaar) sind flexibler und unterstützen die
fließenden Bewegungen besser.
- Papier: Nutze glatteres Hanshi-Papier, damit der Pinsel bei den schnellen Bewegungen nicht
„stockt“.
Lernschritte
Schritt A: Den Rhythmus verstehen (Verbindungen)
- Im Gyōsho verlässt der Pinsel das Papier seltener.
- Es entstehen Renyu
連綿
(sichtbare oder unsichtbare Verbindungslinien).
- Übe, den Pinsel am Ende eines Strichs nicht einfach abzuheben, sondern die Bewegung in der Luft zum nächsten
Strich fortzuführen.
Schritt B: Vereinfachung der Strichfolge
- Manche Winkel werden abgerundet und mehrere Striche zu einer flüssigen Bewegung verschmolzen.
- Lerne die spezifischen Abkürzungen für Radikale (Bausteine von Schriftzeichen). Ein Quadrat wird im Gyōsho oft
zu einer einzigen, kreisförmigen Bewegung.
Schritt C: Kontrolle von Druck und Geschwindigkeit
- Gyōsho variiert stärker in der Strichdicke als Kaisho.
- Technik: Nutze das Prinzip von Press (La) und Pull (Ti), um innerhalb einer fließenden Bewegung Akzente zu
setzen. Die Geschwindigkeit ist meist höher, was mehr Selbstvertrauen in der Pinselführung erfordert.
Schritt D: Studium von Vorlagen
臨摸
- Kopiere klassische Werke oder Lehrbücher (Modelle).
- Empfehlung: Das Studium von Werken wie denen von Wang Xizhi gilt als Goldstandard, um die Ästhetik des
fließenden Stils zu verinnerlichen. (z.B. Lantingji Xu)